© Wort & Bild Verlag, Baierbrunn

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Grüner Star

Begriffserklärung und Symptome – Was ist ein Grüner Star?

Der Grüne Star ist eine Erkrankung, bei der ein erhöhter Augeninnendruck den Sehnerv schädigt. In der Fachsprache wird die Erkrankung als Glaukom bezeichnet. Unbehandelt kann der Grüne Star zur Erblindung führen. In Deutschland haben etwa vier Millionen Menschen ein Glaukom. Rund ein Viertel der Betroffenen weiß nicht, dass es am Grünen Star leidet, weil im Anfangsstadium keinerlei Sehstörungen oder sonstige Krankheitssymptome auftreten. Jeder Mensch sollte deshalb ab dem 40. Lebensjahr einmal im Jahr beim Augenarzt vorsorglich den Augeninnendruck messen lassen, um sicher zu sein, dass kein Glaukom besteht. Je früher der Grüne Star diagnostiziert wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Entstehung und Entwicklung des Grünen Stars

Im Augeninneren hat das vom Ziliarkörper gebildete Kammerwasser die Aufgabe, den Augeninnendruck innerhalb gewisser natürlicher Schwankungsgrenzen stabil zu halten. Das Kammerwasser füllt die vordere und hintere Augenkammer aus - also den Raum zwischen Hornhaut, Regenbogenhaut und Linse – und wird vom Ziliarkörper unmittelbar hinter der Regenbogenhaut produziert. Der Augeninnendruck eines gesunden Auges variiert je nach Tages- und Nachtzeit zwischen 10 und 22 mmHg. In diesem Normbereich bewegt sich der Augendruck dann, wenn die Produktion und der Abfluss des Kammerwassers in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Das ist gegeben, wenn das Kammerwasser vom Ziliarkörper durch die Pupille in die vordere Augenkammer fließt und von dort über das Trabekelwerk des Kammerwinkels aus dem Auge abgeleitet wird. Fließt das Kammerwasser durch den Kammerwinkel nicht ausreichend ab, erhöht sich der Druck im gesamten Augeninneren und man spricht vom Grünen Star. Weil die Nervenfasern der Netzhaut und der Sehnervenscheibe besonders druckempfindlich sind, sind sie bei einer Glaukom-Erkrankung vor allem gefährdet. Einmal durch Druck geschädigte Nervenfasern regenerieren sich nicht. Durch den zunehmenden Sehnervenfaserverlust kann der chronische Krankheitsverlauf zu immer stärkeren Gesichtsfeldausfällen und letztlich zur Erblindung führen.

Zwei Formen des Grünen Stars: Primäre und sekundäre Glaukome

Primäre Glaukome

Warum das Kammerwasser nicht ausreichend abfließt, hat unterschiedliche Ursachen. Meistens ist der Abfluss des Kammerwassers im Kammerwinkel reduziert. Diese Form der Erkrankung bezeichnet man als chronisches Offenwinkelglaukom. Im Gegensatz dazu ist beim Engwinkelglaukom der Kammerwinkel anatomisch zu eng. Eine eher seltene Sonderform des Engwinkelglaukoms ist der Glaukomanfall, der auch akuter Winkelblock genannt wird. Dabei wird der Kammerwasserabfluss vollständig blockiert, der Augeninnendruck steigt stark an und am Sehnerv können innerhalb kurzer Zeit schwere Schäden entstehen. Anzeichen dafür sind Sehstörungen, gerötete Augen, Kopfschmerzen und Übelkeit mit Erbrechen. Bei einem akuten Winkelblockglaukom muss der Augeninnendruck so schnell wie möglich durch Medikamente und Augentropfen gesenkt werden. Um weiteren Glaukomanfällen vorzubeugen, ist in der Regel eine Operation unvermeidbar. Das chronische Offenwinkelglaukom, das Engwinkelglaukom und das akute Winkelblockglaukom sind primäre Glaukome.

Sekundäre Glaukome

Ein Glaukom kann auch als Folge einer anderen Grunderkrankung entstehen, wie beispielsweise einer Netzhautvenenthrombose, einer Augenverletzung oder durch die Einnahme gewisser Medikamente. In diesen Fällen handelt es sich um sekundäre Glaukome.

Therapie

Für die Glaukomtherapie gibt es heute eine Vielzahl unterschiedlichster Augentropfen und sonstiger Medikamente, mit denen der Augendruck zuverlässig über Jahre hinweg gesenkt werden kann. Dabei ist die Wirkung der Augentropfen und Medikamente unterschiedlich: Sie verursachen entweder eine Minderproduktion des Kammerwassers im Ziliarkörper oder eine Verbesserung des Abflusses des Kammerwassers im Kammerwinkel. Neben den Augentropfen kann der Augendruck auch durch den Einsatz unterschiedlicher Lasertechniken gesenkt werden. Führen Augentropfen und Laser nicht zum gewünschten Erfolg, bleibt nur die Operation.

Operation

Operation des Grünen Stars

Die Glaukomoperation ist ein mikrochirurgischer Eingriff unter örtlicher Betäubung. Wie in der Abbildung dargestellt, wird ein künstlicher Abfluss aus dem Augeninneren unter die Bindehaut des Auges geschaffen. Dadurch verringert sich der Augeninnendruck, weil das Kammerwasser über diesen neu geschaffenen Kanal abfließen kann.

Kombinationsoperation Grauer / Grüner Star

Da sowohl der Graue als auch der Grüne Star verstärkt im Alter vorkommen, können ältere Menschen auch von beiden betroffen sein. Um unseren Patientinnen und Patienten einen Eingriff zu ersparen, bieten wir eine Kombinationsoperation an: Beim Einsetzen der neuen Linse wird gleichzeitig ein neuer Abflussweg für das Kammerwasser geschaffen.

Nach der Operation

Nach einer Glaukom-Operation muss vor allem der ausreichende Abfluss des Kammerwassers durch den neu geschaffenen Kanal sichergestellt und einer Vernarbung vorgebeugt werden. Dies wird meistens durch eine entzündungshemmende Tropf-Therapie über 6 bis 8 Wochen, in einigen Fällen auch durch ein nachträgliches Durchtrennen der Nähte mit dem Laser erreicht. Wichtig sind in jedem Fall regelmäßige Nachkontrollen, um die Wundheilung und den Augeninnendruck zu überprüfen. Zunächst übernimmt das in der Regel der Operateur, später der überweisende Augenarzt. Eine enge Zusammenarbeit zwischen behandelndem Augenarzt und Operateur ist dabei sehr hilfreich. Falls der Augeninnendruck nicht auf den individuell festgelegten Zieldruck gesenkt werden kann, kann eine weitere Behandlung mit drucksenkenden Tropfen nötig werden. Mittel- und langfristig muss sowohl nach einer Operation als auch bei alleiniger Tropf-Therapie des Grünen Stars immer wieder der Augeninnendruck und das Gesichtsfeld mit einem computergesteuerten Perimeter überprüft werden. Darüber hinaus muss eine regelmäßige Kontrolle des Sehnerven mit dem Augenspiegel und zusätzlich mit einem speziellen Laser-Scanner (Heidelberg Retina Tomograph, HRT) erfolgen.

Gemeinschaftspraxis

Prof. Dr. med. C.-L. Schönfeld
Prof. Dr. med. Ch. Haritoglou
Prof. Dr. med. T. Klink

Kontakt

Tel.: 089 / 12 70 930
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Augenklinik Herzog Carl Theodor

Unsere Augenarztpraxis befindet sich auf dem Gelände und in den Räumen der Augenklinik Herzog Carl Theodor.
www.augenklinik-muenchen.de
 

Die Zertifizierung der Praxis

Unser Zertifikat

Diferentialdiagnose Irisatrophie
Klink AAD GL 13 Handout Nachsorge nach Glaukom-OP 2017
Klink AAD Handout GL 13 Handout_Sickis 2017
Klink AAD VA 36 Handout Phako Kurs 2017